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Bibbern um die Note

Lissi, meine Nachhilfeschülerin, hat vergangenen Freitag eine Englisch-Arbeit geschrieben. Nun ist ihre Mutter eine gute Bekannte von mir und gemeinsam bibbern wir jetzt um das Ergebnis.

Das bekommt sie allerdings frühestens in vier Wochen – vier Wochen! Denn: In den kommenden zwei Wochen steht ein Schulpraktikum an und dann sind auch schon zwei Wochen Herbstferien angesagt. Eine Tortur.

Es ging um grammatische Aufgaben (Zeiten und If-clauses) sowie ein frei zu schreibender Text. Daher habe ich mir ihr die Woche vor der Arbeit intensiv die Englischen Zeiten , die If-clauses und den korrekten Satzbau wiederholt.

Sie selbst sagt, es sei ganz gut gelaufen, nur fertig sei sie nicht geworden. Nun, ich bin gespannt. 🙂

An die Deutschlehrerinnen

Vor Kurzem habe ich mal wieder ein paar alte Lieder der Wise Guys gehört und eines meiner Lieblinge wiedergefunden.

Wer sie noch nicht kennt: Die Wise Guys sind eine A-capella-Band (auch: Vokal-Pop-Band) aus Köln. Seit 1995 sind die Jungs auf der Bühne. In dieser Zeit haben zwei Sänger die Gruppe verlassen und neue Stimmen stiegen ein. Die fünfstimmige Band singt hauptsächlich in deutscher Sprache, Wortspiele sind dabei Usus. Neben humorvollen Lieder über Alltägliches oder auch historische Figuren wie Schiller oder die „Philosoffen“ der Antike, scheuen die Jungs nicht vor tiefgründigen Songs zurück.

Dieses Lied gehört zur spaßigen Sorte. Viel Spaß mit dieser Ode an eine Deutschlehrerin 🙂

Lirum, Larum, Latinum

Latein ist eine tote Sprache, so sagt man. Mir kommt sie allerdings sehr lebendig vor.

Seit einigen Wochen lerne ich Latein im Selbststudium. Denn: Ohne Latinum sähe es schlecht für mich aus im geplanten Lateinlehramt. 🙂 Latein ist eine faszinierende Sprache, allerdings haben viele Schüler ihre Probleme damit. Diese Probleme sind vielfältig wie die Schüler selbst, lassen sich aber meines Erachtens an drei Pfeilern festmachen:

  1. mangelndes Verständnis von Grammatik und damit des Aufbaus und der Funktionsweise einer Sprache,
  2. fehlende Zeit im vollgepackten Lehrplan, um diese Grundlagen zu erlernen
  3. und zuletzt mangelndes Interesse der Schüler, da nur selten die Bedeutung des Lateinischen für verschiedene Berufe erklärt wird.

Allen Interessierten an der Sprache gebe ich daher ein paar Tipps für das (Selbst-)Studium.

  • Beherrscht bevor ihr mit Latein beginnt die deutsche Grammatik oder zumindest die Grundbegriffe der Wortarten und der Syntax.
  • Lernt neben der Sprache mehr über die römische Kultur der Antike. Durch diese Eindrücke wird die Sprache lebendiger und umgekehrt. Dafür können Lehrbücher, aber auch Dokumentationen, Geschichtsbücher, Universitäts-Präsentationen und andere Medien genutzt werden.
    • Hinweis: Latein wurde nicht nur in der römischen Antike gesprochen. Für mich als Germanistin sind die Beziehungen und die Kriege zwischen den germanischen Stämmen, der Germania inferior und Rom besonders interessant. Außerdem hat sich unsere Schrift, Sprache und Denkweise stark durch den Einfluss Latein sprechender Kulturen entwickelt. Aber auch andere geschichtliche Ereignisse haben Zeugnisse in dieser Sprache hinterlassen, wie die Christianisierung. Geschichte verstehen und nachvollziehen ist ein starker Anreiz und hilft, die Sprache nicht als lebloses Relikt anzusehen.
  • Sucht euch mehrere Lehrbücher für das Studium. Ich habe noch nicht ein Lehrbuch gefunden, in dem alle Themen erschöpfend erklärt werden.
  • Meine Lehrbücher:

    Must, Thomas / Oberhuemer, Martin / Söllner, Maria Anna / Wolter, Martin: Das große Übungsbuch Latein. 1. Lernjahr bis Abitur. Stuttgart: PONS, Auflage A1, 2013
    ISBN: 978-3-12-561861-9
    Meine Bewertung: Das Buch erklärt verständlich und deckt einen Großteil der wichtigen Themen fürs Latinum ab. Ohne weitere Lehrmaterialien ist es aber unbrauchbar, da zum einen ein großes Thema fehlt, Verben (Wer erstellt bitte ein Lehrbuch für eine Sprache ohne Verben? – Ach ja, PONS.). Zum anderen werden nur wenige Vokabeln eingeführt, viele aber in den Übungen abgefragt. Recherche ist gefragt.
     
    Müller, Annerose / Bilz, Otmar: Langenscheidt Verbtabellen Latein. München, Wien: Langenscheidt 2013
    ISBN: 978-3-468-34204-2
    Meine Bewertung: Diese Lektüre ist eine sinnvolle Ergänzung zum Übungsbuch von PONS. Die Konjugation der Verben sowie die Zeitformen werden ausführlich erklärt und die Tabellen schaffen eine gute Übersicht.
     
    Dr. Habenstein, Ernst / Dr. Zimmermann, Herbert: Lateinische Sprachlehre. Stuttgart: Klett, 1. Auflage, Nachdruck, 1967
    Hinweis: Dieses sowie weitere Lateinbücher habe ich von meiner Mutter geliehen. Ich kann nur empfehlen, entweder alte Lehrbücher von Verwandten hinzuzuziehen oder in der Bücherei nach weiteren Grammatik-Büchern zu suchen. Jeder Autor erklärt ein Thema anders und je besser ihr die Grundlagen festigt, umso leichter fällt die Sprache.
     

  • Mein letzter Tipp: Lernt die Deklinationen zuerst. Es gibt immerhin 5 verschiedene Deklinationsarten (jede mit eigenen Ausnahmen). Mit diesen könnt ihr mit nahezu allen Wortarten umgehen. Und mit lernen meine ich nicht „einmal durchlesen“, ich meine in- und auswendig lernen – im Schlaf beherrschen. 🙂 Es lohnt sich.
  • So, ich freue mich, wenn euch meine Tipps geholfen haben. Haut rein und bis dahin,

    cheerio 🙂

    Zeiten lernen leicht gemacht

    Zurzeit übe ich mit meinem Nachhilfeschüler die englischen Zeitformen (Tenses). Vielen (Nachhilfe-)Lehrern dürfte das klar sein, doch: Reines Pauken von Fachbegriffen sorgt für keinen schnellen und nachhaltigen Lerneffekt. Deshalb versuche ich, die Zeiten möglichst anschaulich zu machen.

    Meine Taktik:

  • Ein Zeitstrahl und
  • Karteikarten
  • Der Zeitstrahl hilft beim Visualisieren. Denn: Bilder sind eingängig und bleiben länger im Kopf als eine lange Definition von Past Perfect Progressive und Co..

    Die Karteikarten helfen, die Basisinformationen besser zu lernen. Sie haben alle den gleichen Aufbau: Auf einer Seite steht die Zeitform, auf der anderen die Bildung, Verwendung und die Signalwörter. Dadurch kann man sich selbst abfragen, indem die Karten durchgemischt werden. Das sorgt für eine gewisse Abwechslung beim Lernen und der Schüler zwingt sich, die Zeiten wirklich zu verstehen. Mein Hintergrund dabei: Mit einem Lehrbuch lernt man – meiner Erfahrung nach – eher in welcher Lehrreihenfolge die Zeiten stehen und nicht so schnell, wann sie angewendet werden.

    Nun kombiniert man die beiden Elemente. Dafür nehme ich einen leeren Zeitstrahl, in dem vorerst nur die Punkte und Pfeile für die Zeiten eingezeichnet sind und der Schüler heftet seine Karteikarten daran. Später werde ich nur noch den Gegenwartspunkt markieren und Pfeile sowie Punkte müssen selbst eingezeichnet werden.

    Zurzeit nimmt mein Nachhilfeschüler die Technik gut an. Er hat mir sogar beim Anheften automatisch erklärt, warum welche Zeit an diese Stelle gehört. Zwar noch nicht alles korrekt aber die Verknüpfung von Wissen und Anwendung kommt zustande. Ich freue mich schon auf die kommenden Stunden.

    Bis dahin,

    cheerio 🙂

    Die Subjekt-Frage

    Es ist schon etwas länger her, da fragte mich mein Freund, ob ich ihm nicht „diese Subjekt-Prädikat-Objekt-Geschichte“ erklären könne. Klar, gerne! – bin ich doch professionelle Sprach-Klugscheisserin. 😉

    Also gab ich ein kleines Beispiel.

    „Pass auf! Wir nehmen den Satz ‚Ich esse Pizza‘. Das Subjekt des Satzes ist das, WAS handelt, das Prädikat ist das Verb, also die HANDLUNG, und das Objekt ist letztlich das, AN DEM gehandelt wird.“

    Ein verstehendes Nicken, also fuhr ich fort: „Was ist nun also das Prädikat des Satzes?“

    Es folgten große Dackelaugen und die Antwort „Pizza?“. Nun, ich kann nicht bestreiten, dass wir danach leckere Pizza geholt haben. Dennoch fällt vielen Schülern die Satzgliedbestimmung schwer. Dabei ist sie – vom Grundgedanken her – eigentlich einfach.


    Die Satzglieder
     

    Jeder Satz besteht aus einzelnen Bausteinen, den Satzgliedern. Dabei werden drei grundlegende Satzglieder unterschieden.

    Subjekt: Wer oder was handelt?

    Objekt: An wem oder woran wird gehandelt, was ist das Ergebnis?

    Prädikat: Welche Handlung wird vollzogen? Was geschieht? Das Prädikat ist in der Regel das Verb des Satzes.
     

    Jeder Satz in der deutschen Sprache besteht mindestens aus einem Subjekt und einem Prädikat.
    „Ich esse.“

    Meistens wird aber ein Objekt hinzugefügt.
    „Ich esse eine Pizza.“

    Damit ist die übliche Reihenfolge der Satzglieder in einem Hauptsatz: Subjekt, Prädikat, Objekt (SPO).
     

    Zusätzlich können die Satzteile mit Attributen näher beschrieben werden. „Ich esse eine Pizza, die mit Salami und Schinken belegt ist.“

    Das Attribut beschreibt das Subjekt oder Objekt. Dies kann eine Erläuterung durch eine Präposition (Das Buch über den jungen Goethe) oder gar ein Nebensatz (Der Mann, dessen Name mir entfallen ist) sein. Verändert man die Satzstellung kann das Attribut nicht vom zugehörigen Subjekt oder Objekt getrennt werden.


    Ein Beispiel
     

    Ohne meinen morgendlichen Kaffee, den ich am liebsten schwarz trinke, bin ich zu nichts zu gebrauchen.


    Subjekt: Wer ist ohne den morgendlichen Kaffee nicht zu gebrauchen? – Ich

    Objekt: Ohne Was bin ich zu nichts zu gebrauchen? – meinen morgendlichen Kaffee

    Prädikat: Was passiert ohne meinen morgendlichen Kaffee? – ich bin zu nichts zu gebrauchen

    Attribut: Wie ist mein morgendlicher Kaffee, ohne den ich zu nichts zu gebrauchen bin näher bestimmt? – ich trinke ihn am liebsten schwarz. Auch wenn die Satzstellung verändert wird, bleibt das Attribut beim Objekt. „Ich bin ohne meinen morgendlichen Kaffee, den ich am liebsten schwarz trinke, zu nichts zu gebrauchen.
     

    Nun gibt es viele Variationen der Satzstellung und der Satzglieder. Die Grundform bleibt jedoch immer gleich.


    Satzglieder vs. Wortart
     

    Viele Schüler verwechseln zudem Satzglied mit Wortart. Dabei gilt: Satzglieder bestehen aus einem oder mehreren Worten. Daher sind Wortarten und Satzglieder so verschieden wie ein Ziegel und das damit entstehende Haus.


    Auch dazu gebe ich gerne ein Beispiel:

    Wir bauen ein Haus.


    Subjekt: Wir bauen ein Haus.
    Das Subjekt besteht aus einem Pronomen, nämlich „wir“.

    Objekt: Wir bauen ein Haus.
    Das Objekt besteht aus einem unbestimmten Artikel und einem Substantiv, nämlich „ein Haus“.

    Prädikat: Wir bauen ein Haus.
    Das Prädikat besteht aus einem Verb, nämlich „bauen“.


    Ich freue mich, wenn ihr die Subjekt-Prädikat-Objekt-Beziehung nun ein bisschen besser versteht. Bei Fragen, Anregungen oder Anmerkungen, freue ich mich auf eure Kommentare.

    Bis dahin,

    cheerio 🙂

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