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Leseprojekt

Da mich meine Fünftklässler-Fördergruppe seit Wochen anbettelt, dass wir „richtige Bücher“ lesen sollen, habe ich für sie ein Leseprojekt auf die Beine gestellt. Das Konzept will ich euch gerne vorstellen. Vielleicht findet ihr einige Methoden, die euch selbst weiterhelfen können oder habt Anregungen für mich, was ich noch einbringen könnte. 🙂

Kurz zu meiner Gruppe:
Im Rahmen eines städtischen Förderprojektes unterrichte ich eine Gruppe aus 7 Fünftklässlern einer Realschule in einem Brennpunktgebiet. Es geht darum, die allgemeine Lesekompetenz zu erhöhen. Bislang habe ich mit ihnen Sachtexte und Kurzgeschichten gelesen und Techniken beigebracht, wie diese zu „knacken“ sind.

Der Hintergrund des Projektes: Ursprünglich sollte der Kurs mit den Pfingstferien enden. Da die SuS aber gerne weitermachen und gerne die Zeit für ganze Bücher haben wollten, konnte ich die Stadt überzeugen, den Kurs zu verlängern. Damit wir aber nicht nur Bücher lesen und sie in klassischen Buchvorstellungen präsentieren, habe ich mir ein kreativeres und anspruchsvolleres Konzept ausgedacht.

Ziele des Leseprojektes:

  • Die SuS lernen, Texte selbstständig zu erschließen und wichtige Informationen herauszuziehen
  • Die SuS sollen lernen, Inhalte von Texten strukturiert aufzubereiten. Damit werden alle Kompetenzbereiche berührt: Lesen, Schreiben, freies Sprechen und Medienkompetenz.
  • Die SuS lernen, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und diese auch zu begründen / ggf. zu verteidigen.
  • Neben all diesen Kompetenzen sollen die SuS auch lernen, was Lesefreude bedeutet. Bücher und Texte sollen für Schüler positiv belegt sein und nicht als Strafe angesehen werden.

Das Projekt läuft noch bis Ende des Schuljahres mit einer Doppelstunde wöchentlich. Ich habe mir dazu dieses Konzept überlegt.

Schritt 1: Die SuS wählen individuell ein Buch aus, das sie gerne lesen möchten.

Schritt 2: Die SuS stellen ihr Buch in einem 3-minütigen Vortrag der Klasse vor. Sie erhalten dazu eine Struktur, an der sie sich orientieren können. Die Mitschüler geben mithilfe eines Kompetenzrasters Rückmeldung zu der Rede.

Schritt 3: Die SuS legen eine Lesekiste an. Das ist eine Box (Ich nehme alte Schuhkartons), in die sie im Laufe des Projektes Gegenstände und andere Materialien hineinlegen (mindestens 4 Dinge), die für sie mit ihrer Geschichte zu tun haben.

Schritt 4: Die SuS erstellen alleine oder im Zweier-Team eine kreative Buchvorstellung. Sie entscheiden selbstständig, ob sie dafür ein Bild malen, ein Gedicht schreiben, eine Szene vorspielen oder einen Comic zeichnen möchten. Wichtig ist, dass jeder, der das Buch nicht gelesen hat, versteht, worum es geht, also den „roten Faden“ des Buches nachvollziehen kann.

Schritt 5: Am Ende werden die kreativen Buchvorstellungen präsentiert (Natürlich wieder mit strukturiertem Feedback von Seiten der Mitschüler). Die Lesekisten werden dann ohne Beschriftung in Form einer Gallerie ausgestellt. Die SuS müssen dann erraten, welche Kiste zu welcher Geschichte gehört.

Ich bin gespannt, wie die Schüler darauf reagieren werden. Ich habe bereits eine Einstiegsstunde gehalten. Die SuS sollten durch eine Szene, ein Bild oder ein Gedicht ihre Erlebnisse aus den Pfingstferien vorstellen. Das hat ihnen so viel Spaß gemacht, dass sie tatsächlich auf ihre Pause verzichtet haben. Daher freue ich mich schon auf den Rest des Schuljahres.

Bis demnächst und wie immer, cheerio 🙂

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forschungsorientiertes Lernen

Dieses Semester arbeite ich an einem ganz besonderem Projekt. Zusammen mit einer Projektpartnerin versuchen wir für eine Schule das Thema „forschungsorientiertes Lernen“ aufzubereiten.

Die Schule stellt gerade von einer Hauptschule auf eine Gesamtschule um und möchte die Schüler selbstreguliert und individuell unterrichten. Das neue Schulkonzept startet im nächsten Schuljahr. Es wurden Lernbüros eingerichtet, in denen die SuS regelmäßig zu festen Zeiten an ihren Lernjobs arbeiten. Die Schule schafft die Klingel ab und taktet die Schulstunden in 65-Minuten-Einheiten, die aber von den Lehrern je nach Situation verkürzt oder verlängert werden können. Zudem werden nachmittags Lern-Werkstätte angeboten, in denen die SuS an eigenen Projekten arbeiten können.

Zusätzlich soll von Mai 2016 bis Juli 2016 die erste Forschungsphase beginnen. Sprich: Die SuS sollen nach dem Modell des inquiry-based learning eigene Projekte bearbeiten.

Das beinhaltet sehr viele methodische Kompetenzen, sowohl von Seiten der Schüler, insbesondere aber von Seiten der Lehrer. Hier kommen wir Studenten ins Spiel. Im Rahmen eines Blockseminars dürfen wir die Schule unterstützen, indem wir versuchen auf die vielen Fragen, die in Kollegium und Schulleitung entstehen, praktische Antworten zu finden. Super spannend!

Was ist forschungsorientiertes Lernen (inquiry-based learning)?

Mit inquiry-based learning lernen die SuS nicht durch klassischen Unterricht, sondern durch eigenständige Projektarbeit. Es werden methodische Kompetenzen für Zeitplanung, Recherche, Umsetzung, Präsentation und fachliche Inhalte ausgebildet. Es ist mehr als die spaßige Projektarbeit am Ende eines Schuljahres, sondern ein eigenständiger, effektiver Lernweg. Allerdings wird diese Art des Lernens in Deutschland wenig praktiziert. Vor allem englischsprachige Länder wie Kanada und Australien haben diese Art des Lernens fest in ihrem Curriculum.

An sich klingt es einfach: Die SuS suchen sich eigenständig eine Forschungsfrage, die sie beantworten möchten. Sie arbeiten sich in das Thema ein, beantworten ihre Fragen und präsentieren die Ergebnisse. Doch methodisch ist dies ein sehr hoher Aufwand, für Lehrer und für Schüler. Denn an deutschen Schulen wird in der Regel nicht forschend, sondern inhaltlich gelernt. Schüler sind es gewohnt, Inhalte zu bekommen, die sie wiedergeben sollen und Projekte nur in Absprache mit dem Lehrer durchzuführen. Eignständiges Arbeiten wird nicht gefördert, obwohl es später in der Arbeitswelt gefordert wird. Neben den beruflichen Vorteilen ist es um einiges einprägsamer und leichter für Schüler eigenständig nach Antworten auf die eigenen Fragen zu finden. Es geht im wahrsten Sinne des Wortes um Handlungskompetenzen, die so dringend im neuen Bildungsplan von den Schülern gefordert werden.

Daher freue ich mich schon, nach Lösungen für die Schule zu suchen. Denn es scheint mir der beste Ansatz, um die Schüler auf das Leben vorzubereiten UND ihnen nicht die Freude am Lernen zu nehmen, sondern ihren eigenen Weg durch den Wissensdschungel unserer Zeit zu finden.

Ich poste über neue Ergebnisse, die ich herausfinde und vielleicht auch, wie diese an der Schule umgesetzt wurden, da bereits in Aussicht steht, unsere erarbeiteten Konzepte im nächsten Schuljahr mit umzusetzen.

Falls ihr Fragen oder vielleicht sogar schon selbst mit inquiry-based learning in Kontakt gekommen seid, schreibt es mir einfach in die Kommentare.

And as always, cheerio 🙂

Die Reise beginnt

Es ist soweit: Heute beginnt die Vorlesungszeit an der Universität Heidelberg und damit mein erstes Semester als Lehramtsstudierende.

Eingang der neuen Universität in der Heidelberger Altstadt.

Mit erhobenem Zepter thront die griechische Göttin Pallas Athene über dem Eingang der Neuen Universität – eines der zentralen Gebäude im Campus Altstadt.

Allerdings finden heute für mich keine Kurse statt, traditionell werden am ersten Semestertag die Studierenden begrüßt. Prof. Dr. Bernhard Eitel, Rektor der Universität, hält die Begrüßungsrede im Hörsaalzentrum Chemie im Neuenheimer Campus. An allen Campus in Heidelberg finden Studierende Informationen zu Ihren jeweiligen Fachrichtungen. Allein der Gedanke, dass die Universität aus drei großen Campus-Komplexen besteht (Neuenheim, Bergheim und Altstadt), finde ich sehr beeindruckend.

Aber das ist nicht alles, weswegen ich mich freue, an dieser Universität zu studieren. 627 Jahre ist die Alma Mater alt und damit die älteste Universität Deutschlands. Den Titel Exzellenz-Universität hat sich Heidelberg redlich verdient. Sie ist eine Volluniversität, bietet also das Studium aller grundlegenden Fachbereiche an. Trotz dieser Vielfalt ist sie wissenschaftlich herausragend und wird in den meisten Hochschulrankings in den ersten drei Plätzen gelistet. Für mich besonders bemerkenswert: Die Studierenden werden intensiv und beraten und betreut und die einzelnen Fachrichtungen wertgeschätzt. Ganz anders als nur ein paar Kilometer weiter in Mannheim, wo ich meinen Bachelor of Arts absolviert hatte.

Heidelberger Herbst, gesichtet von den Neckarstaden - zwischen Altstadt und Bismarckplatz.

Pünktlich zum Wintersemester ist der Herbst eingezogen. Es wird kälter aber auch bunter in Heidelberg.

Trotz dass heute der erste Tag ist, habe ich schon in den Wochen zuvor einige Aufgaben bewältigt. Nach der Immatrikulation stand ich vor einem hohen Koordinationsaufwand – immerhin müssen wir Lerhamtsstudierende uns zwischen zwei (in meinem Fall drei) Unterrichtsfächern, der entsprechenden Fachdidaktik, einem bildungswissenschaftlichen Begleitstudium, einem ethisch-philosophischen Grundlagenstudium sowie der Ausbildung unserer Lehrerpersönlichkeit zurecht finden. Dank eifrigem Einlesen sowie den Beratungs- und Betreuungsangeboten der Universität habe ich das aber gut in den Griff bekommen. Für Interessierte und andere Studienanfänger gibt es hier einen Überblick über die einzelnen Angebote zum Studienbeginn.

Dadurch konnte ich vorab alle Fragen zu meinem Studium klären und wichtige Einrichtungen wie die Universitätsbibliothek kennenlernen. Außerdem bietet die Zentrale Studienberatung nützliche Kurse für Studierende an. So konnte ich in einem eintägigen Seminar meine eigenen Strategien zur Stressbewältigung verbessern.

Die Heidelberger Neckarstaden mit Blick auf das Villenviertel.


Die Villen an den Neckarstaden. Ein kleiner Umweg zu meinen Seminaren aber der Anblick ist es wert.

Neben der allgemeinen und fachlichen Orientierung habe ich in dieser Vorbereitungsphase auch meine private Infrastruktur für das Studium fit gemacht.

  • Arbeitsraum eingerichtet (Neben dem Schreibtisch auch die Ablagen und Bücherregale geordnet)
  • Semesterticket für den öffentlichen Nahverkehr gekauft
  • Cloud-Vernetzung zwischen Heim-PC, Laptop und Smartphone eingerichtet
  • Elektronische Ordnerstruktur aufgebaut
  • Literaturverwaltungsprogramm (ich benutze Mendeley) eingerichtet
  • Liste der benötigten Semesterliteratur erstellt und die Einführungslektüren ausgeliehen oder besorgt
  • Nun erwarte ich mit Spannung das Semester.

    Wenn ihr auch vor Herausforderungen beim Studienbeginn – oder auch mittendrin – gestoßen seid, teilt gerne eure Erfahrungen in den Kommentaren. Oder studiert ihr in Heidelberg und seid ein bisschen planlos, was alles noch im Studium ansteht? – Hinterlasst einfach ein Kommentar oder schreibt mir eine E-Mail.

    Ich wünsche euch einen tollen Start ins Semester und bis dahin,

    cheerio 🙂

    Lirum, Larum, Latinum

    Latein ist eine tote Sprache, so sagt man. Mir kommt sie allerdings sehr lebendig vor.

    Seit einigen Wochen lerne ich Latein im Selbststudium. Denn: Ohne Latinum sähe es schlecht für mich aus im geplanten Lateinlehramt. 🙂 Latein ist eine faszinierende Sprache, allerdings haben viele Schüler ihre Probleme damit. Diese Probleme sind vielfältig wie die Schüler selbst, lassen sich aber meines Erachtens an drei Pfeilern festmachen:

    1. mangelndes Verständnis von Grammatik und damit des Aufbaus und der Funktionsweise einer Sprache,
    2. fehlende Zeit im vollgepackten Lehrplan, um diese Grundlagen zu erlernen
    3. und zuletzt mangelndes Interesse der Schüler, da nur selten die Bedeutung des Lateinischen für verschiedene Berufe erklärt wird.

    Allen Interessierten an der Sprache gebe ich daher ein paar Tipps für das (Selbst-)Studium.

  • Beherrscht bevor ihr mit Latein beginnt die deutsche Grammatik oder zumindest die Grundbegriffe der Wortarten und der Syntax.
  • Lernt neben der Sprache mehr über die römische Kultur der Antike. Durch diese Eindrücke wird die Sprache lebendiger und umgekehrt. Dafür können Lehrbücher, aber auch Dokumentationen, Geschichtsbücher, Universitäts-Präsentationen und andere Medien genutzt werden.
    • Hinweis: Latein wurde nicht nur in der römischen Antike gesprochen. Für mich als Germanistin sind die Beziehungen und die Kriege zwischen den germanischen Stämmen, der Germania inferior und Rom besonders interessant. Außerdem hat sich unsere Schrift, Sprache und Denkweise stark durch den Einfluss Latein sprechender Kulturen entwickelt. Aber auch andere geschichtliche Ereignisse haben Zeugnisse in dieser Sprache hinterlassen, wie die Christianisierung. Geschichte verstehen und nachvollziehen ist ein starker Anreiz und hilft, die Sprache nicht als lebloses Relikt anzusehen.
  • Sucht euch mehrere Lehrbücher für das Studium. Ich habe noch nicht ein Lehrbuch gefunden, in dem alle Themen erschöpfend erklärt werden.
  • Meine Lehrbücher:

    Must, Thomas / Oberhuemer, Martin / Söllner, Maria Anna / Wolter, Martin: Das große Übungsbuch Latein. 1. Lernjahr bis Abitur. Stuttgart: PONS, Auflage A1, 2013
    ISBN: 978-3-12-561861-9
    Meine Bewertung: Das Buch erklärt verständlich und deckt einen Großteil der wichtigen Themen fürs Latinum ab. Ohne weitere Lehrmaterialien ist es aber unbrauchbar, da zum einen ein großes Thema fehlt, Verben (Wer erstellt bitte ein Lehrbuch für eine Sprache ohne Verben? – Ach ja, PONS.). Zum anderen werden nur wenige Vokabeln eingeführt, viele aber in den Übungen abgefragt. Recherche ist gefragt.
     
    Müller, Annerose / Bilz, Otmar: Langenscheidt Verbtabellen Latein. München, Wien: Langenscheidt 2013
    ISBN: 978-3-468-34204-2
    Meine Bewertung: Diese Lektüre ist eine sinnvolle Ergänzung zum Übungsbuch von PONS. Die Konjugation der Verben sowie die Zeitformen werden ausführlich erklärt und die Tabellen schaffen eine gute Übersicht.
     
    Dr. Habenstein, Ernst / Dr. Zimmermann, Herbert: Lateinische Sprachlehre. Stuttgart: Klett, 1. Auflage, Nachdruck, 1967
    Hinweis: Dieses sowie weitere Lateinbücher habe ich von meiner Mutter geliehen. Ich kann nur empfehlen, entweder alte Lehrbücher von Verwandten hinzuzuziehen oder in der Bücherei nach weiteren Grammatik-Büchern zu suchen. Jeder Autor erklärt ein Thema anders und je besser ihr die Grundlagen festigt, umso leichter fällt die Sprache.
     

  • Mein letzter Tipp: Lernt die Deklinationen zuerst. Es gibt immerhin 5 verschiedene Deklinationsarten (jede mit eigenen Ausnahmen). Mit diesen könnt ihr mit nahezu allen Wortarten umgehen. Und mit lernen meine ich nicht „einmal durchlesen“, ich meine in- und auswendig lernen – im Schlaf beherrschen. 🙂 Es lohnt sich.
  • So, ich freue mich, wenn euch meine Tipps geholfen haben. Haut rein und bis dahin,

    cheerio 🙂

    Lehrerorientierungstest zu empfehlen

    Gestern habe ich den Lehrerorientierungstest des Projektes Career Counselling for Teachers (CCT) absolviert. Dieser ist – wie bereits berichtet – eine Voraussetzung für das Lehramtstudium in Baden-Württemberg.

    Ich kann diesen Test nur empfehlen, sei es man möchte

  • sich für ein Lehramtsstudium in Baden-Württemberg bewerben,
  • sich allgemein über den Lehrerberuf informieren
  • oder sich erstmal vergewissern, ob der Lehrerberuf für einen selbst das Richtige ist.
  • Der Test nennt sich auch „Wandertour“ – und das zu Recht. Ihr beantwortet Fragen, in dem ihr euch selbst einschätzt. Das ist natürlich nicht 100-prozentig zuverlässig. Nach den Fragen erhaltet ihr eine Einschätzung eurer Antworten und weitere Informationen zu den einzelnen Bereichen des Lehrerberufes und eurer Selbsteinschätzung. Wer dann ehrlich seine Persönlichkeit reflektiert, für den werden die Ergebnisse sehr wertvoll.

    Mein Tipp: Macht euch neben der automatischen Auswertung Notizen, was ihr für euch aus dem Test mitgenommen habt, und entscheidet dann, ob und mit welchem Schwerpunkt (zum Beispiel Fach oder Schulart) euch der Lehrerberuf liegt.

    Mein Test ergab zusammenfasend gute Voraussetzungen für den Lehrerberuf, allerdings fehlten mir noch Erfahrungen im Unterrichten größerer Schülergruppen. Letzteres ist mir natürlich bewusst und ich arbeite dran. 🙂

    Dreifach ist nicht so einfach

    Ihr habt viele Möglichkeiten, um in Deutschland mit dem Ziel „Lehramt“ zu studieren. Das bedeutet aber nicht nur viele Möglichkeiten für euch, sondern auch einen teilweise unübersichtlichen Wust an Studienvariationen. Daher mein Tipp: Überlegt euch VOR der Suche, welche und wie viele Fächer ihr studieren möchtet.

    Mein Ziel ist ein (Master-)Abschluss für die Sekundarstufe II in drei Fächern: Deutsch, Englisch und Latein – Master-Abschluss, um auf meinem Bachelor of Arts aufzubauen. Das ist möglich aber auch arbeitsintensiv.

    Bislang habe ich vier Universitäten gefunden, die einen Abschluss in drei Fächern anbieten:

    Ruhr-Universität Bochum

    Universität Bielefeld

    Universität Mainz

    Universität Giessen

    Die Lehrbefähigung für die 3. Fachwissenschaft wird in der Regel mit einer Erweiterungsprüfung (beispielsweise an der Uni Mainz) oder den Erweiterungsstudien (beispielsweise an der Ruhr-Uni Bochum) erworben. Die Erweiterung wird meistens im höheren Studiensemester hinzugefügt.

    In Mainz könnt ihr ab dem 5. Fachsemester ein drittes Fach als Erweiterungsprüfung belegen. Dafür werden 6 Module des dazugehörigen Bachelor- oder Master-Studienganges studiert.

    Die Ruhr-Universität Bochum hat eine ganz besondere Möglichkeit für das 3. Studienfach. Denn Bochum beschränkt das Angebot nicht nur auf Studierende an der eigenen Universität, sondern bietet diese für Studierende deutschlandweit.

    Zu den Erweiterungsstudien wird zugelassen, wer an einer deutschen Universität in zwei anderen Fächern in einem Master-of-Education-Studiengang für Gymnasium und Gesamtschulen oder einem anderen Studiengang für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen eingeschrieben ist.

    Als Beispiel wird die Universität Dortmund genannt. Allerdings können nur Studierende des Lehramtes für Gesamtschulen und Gymnasien in Bochum ein drittes Fach belegen, sprich die Sekundarstufe II. Ein interessantes Modell, finde ich.

    Hinweis: Für mich sind Kombinationen vor allem mit den Universitäten Mannheim, Heidelberg und Marburg interessant. Ob und wie diese Kombinationen möglich sind, erfrage ich noch bei den Studienberatern und halte euch auf dem Laufenden.

    Die Universität Giessen bietet das Lehramt als klassisches Staatsexamen, also noch ohne die Bachelor- und Master-Abschlüsse, an. Daher können grundsätzlich beliebig viele Fächer studiert werden. Allerdings ist dann nicht mehr gewährleistet, dass das Studium in der Regelstudienzeit abgeschlossen werden kann. Verständlich, da damit ein höherer Studienaufwand verbunden ist.

    Hinweis: Da ich bereits einen abgeschlossenen Bachelor of Arts habe, würde ich natürlich die Studienzeit im Lehramt möglichst verkürzen. Ob und wie dies in Giessen möglich ist, recherchiere ich noch. Sobald ich etwas herausfinde, werdet ihr hier informiert.

    Ich freue mich, wenn euch diese Informationen weiterhelfen. Bei Fragen, Anmerkungen oder Anregungen freue ich mich auf eure Kommentare.

    Bis dahin, cheerio 🙂

    Die Subjekt-Frage

    Es ist schon etwas länger her, da fragte mich mein Freund, ob ich ihm nicht „diese Subjekt-Prädikat-Objekt-Geschichte“ erklären könne. Klar, gerne! – bin ich doch professionelle Sprach-Klugscheisserin. 😉

    Also gab ich ein kleines Beispiel.

    „Pass auf! Wir nehmen den Satz ‚Ich esse Pizza‘. Das Subjekt des Satzes ist das, WAS handelt, das Prädikat ist das Verb, also die HANDLUNG, und das Objekt ist letztlich das, AN DEM gehandelt wird.“

    Ein verstehendes Nicken, also fuhr ich fort: „Was ist nun also das Prädikat des Satzes?“

    Es folgten große Dackelaugen und die Antwort „Pizza?“. Nun, ich kann nicht bestreiten, dass wir danach leckere Pizza geholt haben. Dennoch fällt vielen Schülern die Satzgliedbestimmung schwer. Dabei ist sie – vom Grundgedanken her – eigentlich einfach.


    Die Satzglieder
     

    Jeder Satz besteht aus einzelnen Bausteinen, den Satzgliedern. Dabei werden drei grundlegende Satzglieder unterschieden.

    Subjekt: Wer oder was handelt?

    Objekt: An wem oder woran wird gehandelt, was ist das Ergebnis?

    Prädikat: Welche Handlung wird vollzogen? Was geschieht? Das Prädikat ist in der Regel das Verb des Satzes.
     

    Jeder Satz in der deutschen Sprache besteht mindestens aus einem Subjekt und einem Prädikat.
    „Ich esse.“

    Meistens wird aber ein Objekt hinzugefügt.
    „Ich esse eine Pizza.“

    Damit ist die übliche Reihenfolge der Satzglieder in einem Hauptsatz: Subjekt, Prädikat, Objekt (SPO).
     

    Zusätzlich können die Satzteile mit Attributen näher beschrieben werden. „Ich esse eine Pizza, die mit Salami und Schinken belegt ist.“

    Das Attribut beschreibt das Subjekt oder Objekt. Dies kann eine Erläuterung durch eine Präposition (Das Buch über den jungen Goethe) oder gar ein Nebensatz (Der Mann, dessen Name mir entfallen ist) sein. Verändert man die Satzstellung kann das Attribut nicht vom zugehörigen Subjekt oder Objekt getrennt werden.


    Ein Beispiel
     

    Ohne meinen morgendlichen Kaffee, den ich am liebsten schwarz trinke, bin ich zu nichts zu gebrauchen.


    Subjekt: Wer ist ohne den morgendlichen Kaffee nicht zu gebrauchen? – Ich

    Objekt: Ohne Was bin ich zu nichts zu gebrauchen? – meinen morgendlichen Kaffee

    Prädikat: Was passiert ohne meinen morgendlichen Kaffee? – ich bin zu nichts zu gebrauchen

    Attribut: Wie ist mein morgendlicher Kaffee, ohne den ich zu nichts zu gebrauchen bin näher bestimmt? – ich trinke ihn am liebsten schwarz. Auch wenn die Satzstellung verändert wird, bleibt das Attribut beim Objekt. „Ich bin ohne meinen morgendlichen Kaffee, den ich am liebsten schwarz trinke, zu nichts zu gebrauchen.
     

    Nun gibt es viele Variationen der Satzstellung und der Satzglieder. Die Grundform bleibt jedoch immer gleich.


    Satzglieder vs. Wortart
     

    Viele Schüler verwechseln zudem Satzglied mit Wortart. Dabei gilt: Satzglieder bestehen aus einem oder mehreren Worten. Daher sind Wortarten und Satzglieder so verschieden wie ein Ziegel und das damit entstehende Haus.


    Auch dazu gebe ich gerne ein Beispiel:

    Wir bauen ein Haus.


    Subjekt: Wir bauen ein Haus.
    Das Subjekt besteht aus einem Pronomen, nämlich „wir“.

    Objekt: Wir bauen ein Haus.
    Das Objekt besteht aus einem unbestimmten Artikel und einem Substantiv, nämlich „ein Haus“.

    Prädikat: Wir bauen ein Haus.
    Das Prädikat besteht aus einem Verb, nämlich „bauen“.


    Ich freue mich, wenn ihr die Subjekt-Prädikat-Objekt-Beziehung nun ein bisschen besser versteht. Bei Fragen, Anregungen oder Anmerkungen, freue ich mich auf eure Kommentare.

    Bis dahin,

    cheerio 🙂

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