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Schlauberger 2.0

Neulich bin ich auf eine interessante Webseite gestoßen deutsche Grammatik 2.0.

Die Seite informiert über die Grammatik des Deutschen und bietet Übungen und Links zur Weiterbildung. Haupt-Zielgruppe der Seite sind Deutschlerner, die Deutsch als Fremdsprache erlernen. Ich finde jedoch, dass die Seite auch deutschsprachigen Schülern und Lernern ans Herz gelegt werden kann, die ihre Grammatik-Grundlagen auffrischen oder vertiefen möchten. Denn selbst eingefleischte Grammatik-Profis finden auf der Seite die eine oder andere Regel, die sie noch nicht kannten.

Die wichtigsten Parts der Seite sind die drei Kategorien: Inhalt, Übungen und Blog. Unter dem Punkt Inhalt werden die einzelnen Fachtermini erklärt und erläutert. Die Beiträge sind kurz aber verständlich und informativ. In den Übungen kann das Wissen getestet und – wie der Name schon sagt – geübt werden.

Auch für Lehrer halte ich die Seite für empfehlenswert. Spannend für die Unterrichtsgestaltung: Auf der Seite finden sich Übungen direkt zu grammatischen Thematiken oder aktuellen Medienthemen. So können für eine Unterrichtsstunde Übungen gewählt werden, die eine bestimmte grammatische Problematik behandeln (wie Partikel, Konjugationen oder Modalverben) oder bei denen aktuelle Themen als „Hooks“ genutzt werden (beispielsweise eine Übung zu Aktiv und Passiv, bei der eine Biographie von Angela Merkel analysiert wird).

Der Autor ist Uli Mattmüller, ein Lehrer für Deutsch als Fremdsprache aus Stuttgart. Neben den Grammatik-Regeln und Übungen führt der Autor auf der Seite einen Blog mit Tipps und Hinweisen. So stellte Mattmüller im August den Absentiv vor, eine verbale Satzkonstruktion, die in der Regel mit einer Form von sein und dem Infinitiv gebildet wird – beispielsweise: „Er ist einkaufen“ oder „Sie war tanzen“.

Mir gefällt die Seite sehr und kann sie nur empfehlen, sei es für Deutschlerner oder jene, die ihre Grammatik-Kenntnisse auffrischen möchten sowie für Leute wie mich, die sich für das Lehren von Deutsch als Fremdsprache interessieren.

An die Deutschlehrerinnen

Vor Kurzem habe ich mal wieder ein paar alte Lieder der Wise Guys gehört und eines meiner Lieblinge wiedergefunden.

Wer sie noch nicht kennt: Die Wise Guys sind eine A-capella-Band (auch: Vokal-Pop-Band) aus Köln. Seit 1995 sind die Jungs auf der Bühne. In dieser Zeit haben zwei Sänger die Gruppe verlassen und neue Stimmen stiegen ein. Die fünfstimmige Band singt hauptsächlich in deutscher Sprache, Wortspiele sind dabei Usus. Neben humorvollen Lieder über Alltägliches oder auch historische Figuren wie Schiller oder die „Philosoffen“ der Antike, scheuen die Jungs nicht vor tiefgründigen Songs zurück.

Dieses Lied gehört zur spaßigen Sorte. Viel Spaß mit dieser Ode an eine Deutschlehrerin 🙂

Die Subjekt-Frage

Es ist schon etwas länger her, da fragte mich mein Freund, ob ich ihm nicht „diese Subjekt-Prädikat-Objekt-Geschichte“ erklären könne. Klar, gerne! – bin ich doch professionelle Sprach-Klugscheisserin. 😉

Also gab ich ein kleines Beispiel.

„Pass auf! Wir nehmen den Satz ‚Ich esse Pizza‘. Das Subjekt des Satzes ist das, WAS handelt, das Prädikat ist das Verb, also die HANDLUNG, und das Objekt ist letztlich das, AN DEM gehandelt wird.“

Ein verstehendes Nicken, also fuhr ich fort: „Was ist nun also das Prädikat des Satzes?“

Es folgten große Dackelaugen und die Antwort „Pizza?“. Nun, ich kann nicht bestreiten, dass wir danach leckere Pizza geholt haben. Dennoch fällt vielen Schülern die Satzgliedbestimmung schwer. Dabei ist sie – vom Grundgedanken her – eigentlich einfach.


Die Satzglieder
 

Jeder Satz besteht aus einzelnen Bausteinen, den Satzgliedern. Dabei werden drei grundlegende Satzglieder unterschieden.

Subjekt: Wer oder was handelt?

Objekt: An wem oder woran wird gehandelt, was ist das Ergebnis?

Prädikat: Welche Handlung wird vollzogen? Was geschieht? Das Prädikat ist in der Regel das Verb des Satzes.
 

Jeder Satz in der deutschen Sprache besteht mindestens aus einem Subjekt und einem Prädikat.
„Ich esse.“

Meistens wird aber ein Objekt hinzugefügt.
„Ich esse eine Pizza.“

Damit ist die übliche Reihenfolge der Satzglieder in einem Hauptsatz: Subjekt, Prädikat, Objekt (SPO).
 

Zusätzlich können die Satzteile mit Attributen näher beschrieben werden. „Ich esse eine Pizza, die mit Salami und Schinken belegt ist.“

Das Attribut beschreibt das Subjekt oder Objekt. Dies kann eine Erläuterung durch eine Präposition (Das Buch über den jungen Goethe) oder gar ein Nebensatz (Der Mann, dessen Name mir entfallen ist) sein. Verändert man die Satzstellung kann das Attribut nicht vom zugehörigen Subjekt oder Objekt getrennt werden.


Ein Beispiel
 

Ohne meinen morgendlichen Kaffee, den ich am liebsten schwarz trinke, bin ich zu nichts zu gebrauchen.


Subjekt: Wer ist ohne den morgendlichen Kaffee nicht zu gebrauchen? – Ich

Objekt: Ohne Was bin ich zu nichts zu gebrauchen? – meinen morgendlichen Kaffee

Prädikat: Was passiert ohne meinen morgendlichen Kaffee? – ich bin zu nichts zu gebrauchen

Attribut: Wie ist mein morgendlicher Kaffee, ohne den ich zu nichts zu gebrauchen bin näher bestimmt? – ich trinke ihn am liebsten schwarz. Auch wenn die Satzstellung verändert wird, bleibt das Attribut beim Objekt. „Ich bin ohne meinen morgendlichen Kaffee, den ich am liebsten schwarz trinke, zu nichts zu gebrauchen.
 

Nun gibt es viele Variationen der Satzstellung und der Satzglieder. Die Grundform bleibt jedoch immer gleich.


Satzglieder vs. Wortart
 

Viele Schüler verwechseln zudem Satzglied mit Wortart. Dabei gilt: Satzglieder bestehen aus einem oder mehreren Worten. Daher sind Wortarten und Satzglieder so verschieden wie ein Ziegel und das damit entstehende Haus.


Auch dazu gebe ich gerne ein Beispiel:

Wir bauen ein Haus.


Subjekt: Wir bauen ein Haus.
Das Subjekt besteht aus einem Pronomen, nämlich „wir“.

Objekt: Wir bauen ein Haus.
Das Objekt besteht aus einem unbestimmten Artikel und einem Substantiv, nämlich „ein Haus“.

Prädikat: Wir bauen ein Haus.
Das Prädikat besteht aus einem Verb, nämlich „bauen“.


Ich freue mich, wenn ihr die Subjekt-Prädikat-Objekt-Beziehung nun ein bisschen besser versteht. Bei Fragen, Anregungen oder Anmerkungen, freue ich mich auf eure Kommentare.

Bis dahin,

cheerio 🙂

Schande über die Deutschlehrer

Deutschlehrer und Deutschlehrerinnen sind mit einigen Klischees behaftet. Wie viele Schüler erinnern sich an den Deutschunterricht mit einem Schaudern und den Kampf durch Werke wie Die Leiden des jungen Werthers und Die Verwandlung.

Danke an Sebastian Krämer, dass Du die alle auskramst 😉

Viel Spaß beim Zuhören!

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