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Lirum, Larum, Latinum

Latein ist eine tote Sprache, so sagt man. Mir kommt sie allerdings sehr lebendig vor.

Seit einigen Wochen lerne ich Latein im Selbststudium. Denn: Ohne Latinum sähe es schlecht für mich aus im geplanten Lateinlehramt. 🙂 Latein ist eine faszinierende Sprache, allerdings haben viele Schüler ihre Probleme damit. Diese Probleme sind vielfältig wie die Schüler selbst, lassen sich aber meines Erachtens an drei Pfeilern festmachen:

  1. mangelndes Verständnis von Grammatik und damit des Aufbaus und der Funktionsweise einer Sprache,
  2. fehlende Zeit im vollgepackten Lehrplan, um diese Grundlagen zu erlernen
  3. und zuletzt mangelndes Interesse der Schüler, da nur selten die Bedeutung des Lateinischen für verschiedene Berufe erklärt wird.

Allen Interessierten an der Sprache gebe ich daher ein paar Tipps für das (Selbst-)Studium.

  • Beherrscht bevor ihr mit Latein beginnt die deutsche Grammatik oder zumindest die Grundbegriffe der Wortarten und der Syntax.
  • Lernt neben der Sprache mehr über die römische Kultur der Antike. Durch diese Eindrücke wird die Sprache lebendiger und umgekehrt. Dafür können Lehrbücher, aber auch Dokumentationen, Geschichtsbücher, Universitäts-Präsentationen und andere Medien genutzt werden.
    • Hinweis: Latein wurde nicht nur in der römischen Antike gesprochen. Für mich als Germanistin sind die Beziehungen und die Kriege zwischen den germanischen Stämmen, der Germania inferior und Rom besonders interessant. Außerdem hat sich unsere Schrift, Sprache und Denkweise stark durch den Einfluss Latein sprechender Kulturen entwickelt. Aber auch andere geschichtliche Ereignisse haben Zeugnisse in dieser Sprache hinterlassen, wie die Christianisierung. Geschichte verstehen und nachvollziehen ist ein starker Anreiz und hilft, die Sprache nicht als lebloses Relikt anzusehen.
  • Sucht euch mehrere Lehrbücher für das Studium. Ich habe noch nicht ein Lehrbuch gefunden, in dem alle Themen erschöpfend erklärt werden.
  • Meine Lehrbücher:

    Must, Thomas / Oberhuemer, Martin / Söllner, Maria Anna / Wolter, Martin: Das große Übungsbuch Latein. 1. Lernjahr bis Abitur. Stuttgart: PONS, Auflage A1, 2013
    ISBN: 978-3-12-561861-9
    Meine Bewertung: Das Buch erklärt verständlich und deckt einen Großteil der wichtigen Themen fürs Latinum ab. Ohne weitere Lehrmaterialien ist es aber unbrauchbar, da zum einen ein großes Thema fehlt, Verben (Wer erstellt bitte ein Lehrbuch für eine Sprache ohne Verben? – Ach ja, PONS.). Zum anderen werden nur wenige Vokabeln eingeführt, viele aber in den Übungen abgefragt. Recherche ist gefragt.
     
    Müller, Annerose / Bilz, Otmar: Langenscheidt Verbtabellen Latein. München, Wien: Langenscheidt 2013
    ISBN: 978-3-468-34204-2
    Meine Bewertung: Diese Lektüre ist eine sinnvolle Ergänzung zum Übungsbuch von PONS. Die Konjugation der Verben sowie die Zeitformen werden ausführlich erklärt und die Tabellen schaffen eine gute Übersicht.
     
    Dr. Habenstein, Ernst / Dr. Zimmermann, Herbert: Lateinische Sprachlehre. Stuttgart: Klett, 1. Auflage, Nachdruck, 1967
    Hinweis: Dieses sowie weitere Lateinbücher habe ich von meiner Mutter geliehen. Ich kann nur empfehlen, entweder alte Lehrbücher von Verwandten hinzuzuziehen oder in der Bücherei nach weiteren Grammatik-Büchern zu suchen. Jeder Autor erklärt ein Thema anders und je besser ihr die Grundlagen festigt, umso leichter fällt die Sprache.
     

  • Mein letzter Tipp: Lernt die Deklinationen zuerst. Es gibt immerhin 5 verschiedene Deklinationsarten (jede mit eigenen Ausnahmen). Mit diesen könnt ihr mit nahezu allen Wortarten umgehen. Und mit lernen meine ich nicht „einmal durchlesen“, ich meine in- und auswendig lernen – im Schlaf beherrschen. 🙂 Es lohnt sich.
  • So, ich freue mich, wenn euch meine Tipps geholfen haben. Haut rein und bis dahin,

    cheerio 🙂

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