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Leseprojekt

Da mich meine Fünftklässler-Fördergruppe seit Wochen anbettelt, dass wir „richtige Bücher“ lesen sollen, habe ich für sie ein Leseprojekt auf die Beine gestellt. Das Konzept will ich euch gerne vorstellen. Vielleicht findet ihr einige Methoden, die euch selbst weiterhelfen können oder habt Anregungen für mich, was ich noch einbringen könnte. 🙂

Kurz zu meiner Gruppe:
Im Rahmen eines städtischen Förderprojektes unterrichte ich eine Gruppe aus 7 Fünftklässlern einer Realschule in einem Brennpunktgebiet. Es geht darum, die allgemeine Lesekompetenz zu erhöhen. Bislang habe ich mit ihnen Sachtexte und Kurzgeschichten gelesen und Techniken beigebracht, wie diese zu „knacken“ sind.

Der Hintergrund des Projektes: Ursprünglich sollte der Kurs mit den Pfingstferien enden. Da die SuS aber gerne weitermachen und gerne die Zeit für ganze Bücher haben wollten, konnte ich die Stadt überzeugen, den Kurs zu verlängern. Damit wir aber nicht nur Bücher lesen und sie in klassischen Buchvorstellungen präsentieren, habe ich mir ein kreativeres und anspruchsvolleres Konzept ausgedacht.

Ziele des Leseprojektes:

  • Die SuS lernen, Texte selbstständig zu erschließen und wichtige Informationen herauszuziehen
  • Die SuS sollen lernen, Inhalte von Texten strukturiert aufzubereiten. Damit werden alle Kompetenzbereiche berührt: Lesen, Schreiben, freies Sprechen und Medienkompetenz.
  • Die SuS lernen, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und diese auch zu begründen / ggf. zu verteidigen.
  • Neben all diesen Kompetenzen sollen die SuS auch lernen, was Lesefreude bedeutet. Bücher und Texte sollen für Schüler positiv belegt sein und nicht als Strafe angesehen werden.

Das Projekt läuft noch bis Ende des Schuljahres mit einer Doppelstunde wöchentlich. Ich habe mir dazu dieses Konzept überlegt.

Schritt 1: Die SuS wählen individuell ein Buch aus, das sie gerne lesen möchten.

Schritt 2: Die SuS stellen ihr Buch in einem 3-minütigen Vortrag der Klasse vor. Sie erhalten dazu eine Struktur, an der sie sich orientieren können. Die Mitschüler geben mithilfe eines Kompetenzrasters Rückmeldung zu der Rede.

Schritt 3: Die SuS legen eine Lesekiste an. Das ist eine Box (Ich nehme alte Schuhkartons), in die sie im Laufe des Projektes Gegenstände und andere Materialien hineinlegen (mindestens 4 Dinge), die für sie mit ihrer Geschichte zu tun haben.

Schritt 4: Die SuS erstellen alleine oder im Zweier-Team eine kreative Buchvorstellung. Sie entscheiden selbstständig, ob sie dafür ein Bild malen, ein Gedicht schreiben, eine Szene vorspielen oder einen Comic zeichnen möchten. Wichtig ist, dass jeder, der das Buch nicht gelesen hat, versteht, worum es geht, also den „roten Faden“ des Buches nachvollziehen kann.

Schritt 5: Am Ende werden die kreativen Buchvorstellungen präsentiert (Natürlich wieder mit strukturiertem Feedback von Seiten der Mitschüler). Die Lesekisten werden dann ohne Beschriftung in Form einer Gallerie ausgestellt. Die SuS müssen dann erraten, welche Kiste zu welcher Geschichte gehört.

Ich bin gespannt, wie die Schüler darauf reagieren werden. Ich habe bereits eine Einstiegsstunde gehalten. Die SuS sollten durch eine Szene, ein Bild oder ein Gedicht ihre Erlebnisse aus den Pfingstferien vorstellen. Das hat ihnen so viel Spaß gemacht, dass sie tatsächlich auf ihre Pause verzichtet haben. Daher freue ich mich schon auf den Rest des Schuljahres.

Bis demnächst und wie immer, cheerio 🙂

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Ab in die Praxis

Der Startschuss ist gefallen, ab jetzt wird es praktisch. In dieser Woche hat die Schule in Baden-Württemberg wieder begonnen und damit auch mein Schulpraxissemester. 13 Wochen lang werde ich an einer beruflichen Schule hospitieren und selbst Unterricht geben.

Willkommen im Arbeitsraum Schule

Vor dem offizillen Schulbeginn am Mittwoch fanden Montag und Dienstag zuerst die Einführungstage, also noch kein fachlicher Unterricht, statt. Die neuen Schüler wurden an der Schule begrüßt und die Schule sowie der Stundenplan vorgestellt.

Als ich vergangene Woche die Schule vorab besuchte, lernte ich meine Ausbildungslehrerin kennen und durfte bereits Teil eines Lehrerteams werden. Gemeinsam mit zwei weiteren Lehrern und einem Referendar organisierten wir für eine Klasse das Programm der Einführungstage. Wir begrüßten die Schüler, organisierten Kennenlernspiele, eine Hausralley sowie einen gemeinsamen Nachmittagsausflug. Die Klasse besteht aus 18 Schülern der Berufsschule, sie sind Auszubildende in der Geräte- und Systemtechnik. Allerdings bleibe ich nicht bei dieser Klasse. In den kommenden 3 Monaten werde ich viele Klassen, Schularten und Lehrertypen kennenlernen.

Das ist der Vorteil einer beruflichen Schule. Allein an meiner Ausbildungsschule gibt es 6 verschiedene Schularten – von Berufsschule über Berufskolleg bis hin zur Meisterschule.

Meine ersten Lektionen

Bei den Einführungstagen hatte ich mit der Klasse ein kleines Aufwärmspiel probiert und dabei gleich eine pädagogische Lektion gelernt. Ich wollte mit den 17 Jungs und einem Mädchen (übliche Geschlechterverteilung im technischen Bereich) einen gordischen Knoten bilden. Bei diesem Spiel gehen alle Teilnehmer dicht aneinander, sodass kein Platz mehr zwischen ihnen ist. Dann werden die Arme ausgestreckt und jeweils die Hand eines Anderen geschnappt. So verknotet, muss sich die Gruppe selbst befreien und einen Kreis bilden, ohne die Hände zu lösen. Das erfordert Kooperation, logisches Denken und ein bisschen gegenseitiges Vertrauen.

Ich hatte dieses Spiel in meinem MPK-Kurs kennengelernt und in unserer Gruppe aus Studenten hatte es super geklappt. Ich musste feststellen, dass 16-21 jährige Jungs da anders ticken. Es herrschten große Berührungsängste, kaum jemand wollte dicht an dicht stehen, geschweigedenn die Hand von jemandem ergreifen. Wobei sich die Über-20-Jährigen wesentlich leichter taten als ihre jüngeren Kollegen. Ergo: Dieses Spiel schien in der Theorie passend für die logisch denkenden Techniker, war aber ungeeignet für die Altersgruppe. Ich hatte anschließend Kommentare herausgehört wie „Willkommen in der Grundschule“ und „kindisch“. Also: gemerkt fürs nachste Mal 🙂

Erste Hospitationen

Mittwoch und Donnerstag konnte ich bereits Einblicke in den Lehrerberuf gewinnen. Sechs Hospitationsstunden habe ich bereits absolviert und dabei unterschiedliche Lehrertypen und Klassen kennengelernt. Ich bin gespannt auf die vielen Eindrücke, die noch kommen werden.

Vor allem freue ich mich darauf, Erfahrungen mit so vielen unterschiedlichen Schülern zu machen. Anders als im allgemeinbildenden Gymnasium, haben Schüler der beruflichen Schule die unterschiedlichsten Lebensläufe. Allein in einer Berufsschulklasse sind Schüler mit Hauptschul-, Realschulabschluss, Abitur oder ohne Schulabschluss zu finden. Zwar war die berufliche Schule nicht mein erster Wunsch für das Schulpraxissemester, aber ich bereue es nicht und bin jetzt schon begeistert.

Natürlich halte ich euch auf dem Laufenden und bis dahin,

cheerio 🙂

Ich studiere nicht, ich mache bunt!

Den Vorwurf, dass Frauen ja gar nicht studierten, sondern nur Dinge bunt malten, höre ich oft. Warum wohl? 🙂

Bunte Studienunterlagen helfen, große Projekte wie eine Hausarbeit zu organisieren.

Das sind meine Unterlagen für einen Essay in der Anglistik.

Neil Gaiman's Neverwhere habe ich bunt verklebt, dadurch finde ich die wichtigsten Passagen für meinen Essay sofort wieder.

Ich schreibe über Neil Gaiman’s Neverwhere.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aber das Bunt-Malen hat seinen Sinn. Jeder hat seine eigene Taktik, seine Unterlagen zu sortieren und wichtige Notizen zu machen. Manchmal hilft es, sich anzuhören, wie andere Leute an diese Aufgabe herangehen. So kann man die eigenen Techniken überdenken und eventuell Methoden entdecken, die dem eigenen Workflow besser entsprechen und dadurch helfen, effizienter Hausarbeiten oder andere Texte zu schreiben.

Im Kurs Fundamentals of Research and Writing (Grundlagen des wissenschaftlichen Schreibens) am Anglistischen Institut wurden uns einige hilfreiche Techniken vorgestellt. So hatte ich festgestellt, dass ich meine eigene Technik noch ein bisschen verbessern konnte.

Es gibt viele Möglichkeiten, sich Informationen zu notieren und für die spätere Verwendung zu sortieren.

  • Notizen im Text (Sekundär- oder Primärtext)
  • Wichtige Passagen markieren
  • Notizen auf einem separaten Blatt
  • Notizen im Computer abtippen
  • Notizen auf Karteikarten schreiben
  • Mindmaps zeichnen
  • Cluster entwickeln
  • Schemata zeichen

So bearbeite ich Texte, um die Informationen später nutzen zu können:

1. Lesen und systematisch markieren

Das funktioniert am besten bei Sekundärliteratur, da diese meist bereits so aufbereitet wurde, um wichtige Informationen möglichst gut zu vermitteln.

  • Das Thema des Abschnitts erhält eine eigene Farbe (das präsentiert sich meist als Überschrift oder in wenig untergliederten Texten als Stichwort im Fließtext)
  • Wichtige Termini erhalten eine andere Farbe
  • Definitionen und wichtige Informationen zum Thema eine dritte Farbe

Wichtig: Spontane Gedanken zum Text werden am Rand notiert, damit sie nicht verloren gehen. In Schritt 2 werden diese dann außerhalb des Textes notiert

2. Markierte Passagen herausschreiben

Wer gut systematisch markiert hat, hat bereits im Text eine gute Üersicht über den grundlegenden Aufbau. Nun müssen nur noch die Informationen herausgeschrieben werden, die für die eigene Verwendung nützlich sind.
Wichtig: Immer die Seitenzahl dazu notieren. Das spart später Zeit beim Schreiben, da nicht mehr jede Passage nachgeschlagen werden muss.

3. Den Aufbau des eigenen Textes planen und die gewonnenen Informationen einordnen

Sind alle Informationen gesammelt, kommt der spannende Teil. Jetzt wird verarbeitet und geordnet. Früher habe ich die grobe Anordnung meiner Argumente als Inhaltsverzeichnis notiert. Die einzelnen Punkte und Unterpunkte sind dadurch bereits nummeriert. So können die Unterlagen nach diesen Punkten durchgegangen und ebenfalls nummeriert werden. Das ergibt eine Übersicht, welche Argumente zu welchen Punkten gehören.

Dank des Fundamentals-Kurses habe ich diesmal eine andere Technik ausprobiert, die meine Arbeitsweise sogar verbessert.


Meine neue Technik für Hausarbeiten
Mit meinen bunten Karteikarten kann ich meine Informationen strukturieren.

Nachdem ich meine Notizen gemacht habe, schreibe ich meine Argumente auf Karteikarten und sortiere sie entsprechend der geplanten Punkte.

  • Grüne Karteikarten beschreiben die Fragestellung, die ich versuche zu beantworten
  • Orangene Karteikarten bennennen ein Argument in Form eines Aussagesatzes.
  • Gelbe Karteikarten beinhalten ein Beispiel oder ein Zitat, das dieses Argument unterstützt sowie eine kurze Erläuterung des Beispieles.
  • Weiße Karteikarten beinhalten eine Schlussfolgerung oder allgemeine Aussagen.

Das ist natürlich ein höherer Aufwand als bei meiner früheren Herangehensweise. Warum betreibe ich diesen hohen Aufwand, um letztlich das gleiche Ergebnis, nämlich einen Text, zu erhalten? Dies lässt sich in drei Punkten beantworten.

1. Durch die Farbgebung erhalte ich nach dem Sortieren direkt den Überblick, wie viele Argumente und Beispiele ich pro Fragestellung bereits habe. Sind die Informationen auf mehreren Notizblättern verteilt, sind diese nicht auf einen Blick geordnet und die Anzahl der Argumente und Beispiele ist nicht sofort ersichtlich. Dadurch geht beim Schreiben viel Zeit durch mehrfaches Nachschlagen verloren. Auf einem großen Tisch sortiert liefern mir die Karteikarten sofort einen Überblick über meine Textstruktur. Das spart deutlich Zeit beim Schreiben.

2. Der Text kann durch Verschiebung der Karteikarten optimiert werden. Sind die Informationen auf einem Blatt, können sie dort nicht verschoben oder neu geordnet werden. Die Karteikarten kann ich anordnen und verschieben, falls mir eine andere Reihenfolge oder eine andere Textstruktur besser gefällt. Dadurch kann ich mir den Text nahezu vollständig zusammenlegen und habe dann einen klaren Schreibplan, dem ich nur noch folgen muss. Dadurch halte ich den eigenen roten Faden stets vor Augen und die Argumentation bleibt kohärent.

3. Die Karten helfen, die Informationen in wenigen Worten präzise zu formulieren. Da die Karteikarten nicht unendlich groß sind, limitieren sie die Menge an Informationen, die darauf notiert werden können. Das zwingt zu kurzen aber klaren Formulierungen und verhindert, dass unwesentliche Informationen in den Text einfließen. Dadurch bleibt die Argumentationsstruktur für den Leser klar ersichtlich und der Text verständlich.

Welche Technik zur Texterstellung ihr nutzt, liegt natürlich ganz an euch. Jeder hat seine eigenen Methoden und kommt mit diesen meist besser zurecht als jemand anderes. Es hilft allerdings, über die eigene Vorgehensweise zu reflektieren, um herauszufinden, ob eine andere Methode für einen selbst effektiver ist.

Allen, die auch gerade an Hausarbeiten sitzen, wünsche ich viel Erfolg 🙂

Bis dahin,
cheerio 🙂

Die Reise geht weiter

Seit ich begonnen habe, in Heidelberg zu studieren, ist viel Zeit vergangen. Meine lange Schweigezeit ist einigen Widrigkeiten geschuldet:

– Viel Neues zum Eingewöhnen
– Stress, Stress und nochmals Stress
– Eine böse Trennung
– Auch-Mal-keinen-Bock-haben

ABER: Ich habe einen neuen Mitbewohner 🙂

Ab sofort gelobe ich Besserung und bin wieder fleißig am Bloggen. Alle ausstehenden Kommentare und E-Mails werde ich in den kommenden Tagen beantworten. 🙂

Aber was ist eigentlich so geschehen? Ein kurzer Abriss.

1. Semester

Ich hatte mir fürs erste Semester viel vorgenommen. Beinahe zu viel, da ich gegen Ende ganz schön ins Schleudern gekommen bin. Aber alle Klausuren und Hausarbeiten hatte ich glücklicherweise gut meistern können.

Von Oktober bis Februar hatte ich nebenbei eine kleine Schülergruppe betreut: 10 Schüler im Alter von 11 bis 12 Jahren. Die Gruppe habe ich durch das Mannheimer Unterstützungssystem Schule (MAUS) erhalten. Ziel war es, Schülern aus sozial schwächer gestellten Familien mehr mit Kultur in Berührung zu bringen. Ich habe mit dem Kurs viel gelesen, die Büchereien in Mannheim erkundet und einen Ausflug zur Ausstellung über die Wittelsbacher organisiert. Der Unterricht war anstrengend, mein erster richtiger Praxisschock, und dennoch hat die Schule mich gebeten, den Kurs im nächsten Schuljahr erneut zu geben. Ergo: Praxisschock bestanden 🙂

Während des Semesters habe ich zwei Pädagogische Kurse besucht. Bei beiden hielt sich allerdings meine Begeisterung in Grenzen. Im Bereich Schulpädagogik wurde nahezu das ganze Semester die Vorzüglichkeit des deutschen Schulpreises gepriesen, ohne allerdings tatsächlich darauf einzugehen, wie Schulpädagogik funktioniert. Stattdessen wurden uns Preisträger-Schulen vorgestellt, deren Konzepte – meines Erachtens – nur wenig mit dem Ablauf in einem gewöhnlichen Gymnasium zu tun haben. Die Vorlesung über die Pädagogische Psychologie war ein wenig hilfreicher. Es wurden darin die psychologischen Hintergründe von Noten erklärt und auf die Auswirkungen von PISA eingegangen. Alles allerdings sehr theoretisch. Während des Semesters haben wir als Studierende mehr Korrelationen und Statistiken untersucht als tatsächlich etwas darüber zu lernen, wie die Pädagogische Psychologie uns im Unterricht helfen kann. Beides also sehr theoretische Kurse.

2. Semester

Meine Kursanzahl habe ich in diesem Semester ein bisschen erhöht: 13 Kurse hatte ich insgesamt belegt. Darunter 4 sehr hilfreiche für den Lehrerberuf, denn meine ersten Fachdidaktik-Seminare standen an. Die Seminare für die Fachdidaktik in Deutsch und Englisch waren sehr praktisch ausgelegt und wir haben viele gute Methoden an die Hand bekommen, um eine Unterrichtsstunde zu planen. Außerdem habe ich mich ethisch-philosophisch gebildet 😉 Das sogenannte EPG-1 ist ausschließlich für Lehrer und soll uns befähigen, nach ethischen und philosophischen Grundsätzen zu handeln und zu unterrichten. Zudem wurde ich diese Woche in einem Blockseminar im Modul personale Kompetenzen (MPK-1) auf das Schulpraxissemester vorbereitet. Dabei sind wir sogenannte kritische Situationen durchgegangen. Wie verhalte ich mich zum Beispiel als Lehrerin, wenn ein Schüler den anderen beleidigt oder alle „plötzlich“ aufs Klo wollen? Sehr interessant und hilfreich auf jeden Fall.

Und nun?

Jetzt sind Semesterferien und ich sitze an fünf Hausarbeiten. Mitte September starte ich dann ins Schulpraxissemester an einer Berufsschule in Karlsruhe. Dazu werde ich euch ausführlich berichten.

Ich wünsche euch einen schönen Abend und bis dahin, cheerio 🙂

P.S.: Das sind die beiden Kleinen, die jetzt bei mir samt Besitzer wohnen.

Die kleine Katze Charlie Knuffel-Kater Kuma

Die Reise beginnt

Es ist soweit: Heute beginnt die Vorlesungszeit an der Universität Heidelberg und damit mein erstes Semester als Lehramtsstudierende.

Eingang der neuen Universität in der Heidelberger Altstadt.

Mit erhobenem Zepter thront die griechische Göttin Pallas Athene über dem Eingang der Neuen Universität – eines der zentralen Gebäude im Campus Altstadt.

Allerdings finden heute für mich keine Kurse statt, traditionell werden am ersten Semestertag die Studierenden begrüßt. Prof. Dr. Bernhard Eitel, Rektor der Universität, hält die Begrüßungsrede im Hörsaalzentrum Chemie im Neuenheimer Campus. An allen Campus in Heidelberg finden Studierende Informationen zu Ihren jeweiligen Fachrichtungen. Allein der Gedanke, dass die Universität aus drei großen Campus-Komplexen besteht (Neuenheim, Bergheim und Altstadt), finde ich sehr beeindruckend.

Aber das ist nicht alles, weswegen ich mich freue, an dieser Universität zu studieren. 627 Jahre ist die Alma Mater alt und damit die älteste Universität Deutschlands. Den Titel Exzellenz-Universität hat sich Heidelberg redlich verdient. Sie ist eine Volluniversität, bietet also das Studium aller grundlegenden Fachbereiche an. Trotz dieser Vielfalt ist sie wissenschaftlich herausragend und wird in den meisten Hochschulrankings in den ersten drei Plätzen gelistet. Für mich besonders bemerkenswert: Die Studierenden werden intensiv und beraten und betreut und die einzelnen Fachrichtungen wertgeschätzt. Ganz anders als nur ein paar Kilometer weiter in Mannheim, wo ich meinen Bachelor of Arts absolviert hatte.

Heidelberger Herbst, gesichtet von den Neckarstaden - zwischen Altstadt und Bismarckplatz.

Pünktlich zum Wintersemester ist der Herbst eingezogen. Es wird kälter aber auch bunter in Heidelberg.

Trotz dass heute der erste Tag ist, habe ich schon in den Wochen zuvor einige Aufgaben bewältigt. Nach der Immatrikulation stand ich vor einem hohen Koordinationsaufwand – immerhin müssen wir Lerhamtsstudierende uns zwischen zwei (in meinem Fall drei) Unterrichtsfächern, der entsprechenden Fachdidaktik, einem bildungswissenschaftlichen Begleitstudium, einem ethisch-philosophischen Grundlagenstudium sowie der Ausbildung unserer Lehrerpersönlichkeit zurecht finden. Dank eifrigem Einlesen sowie den Beratungs- und Betreuungsangeboten der Universität habe ich das aber gut in den Griff bekommen. Für Interessierte und andere Studienanfänger gibt es hier einen Überblick über die einzelnen Angebote zum Studienbeginn.

Dadurch konnte ich vorab alle Fragen zu meinem Studium klären und wichtige Einrichtungen wie die Universitätsbibliothek kennenlernen. Außerdem bietet die Zentrale Studienberatung nützliche Kurse für Studierende an. So konnte ich in einem eintägigen Seminar meine eigenen Strategien zur Stressbewältigung verbessern.

Die Heidelberger Neckarstaden mit Blick auf das Villenviertel.


Die Villen an den Neckarstaden. Ein kleiner Umweg zu meinen Seminaren aber der Anblick ist es wert.

Neben der allgemeinen und fachlichen Orientierung habe ich in dieser Vorbereitungsphase auch meine private Infrastruktur für das Studium fit gemacht.

  • Arbeitsraum eingerichtet (Neben dem Schreibtisch auch die Ablagen und Bücherregale geordnet)
  • Semesterticket für den öffentlichen Nahverkehr gekauft
  • Cloud-Vernetzung zwischen Heim-PC, Laptop und Smartphone eingerichtet
  • Elektronische Ordnerstruktur aufgebaut
  • Literaturverwaltungsprogramm (ich benutze Mendeley) eingerichtet
  • Liste der benötigten Semesterliteratur erstellt und die Einführungslektüren ausgeliehen oder besorgt
  • Nun erwarte ich mit Spannung das Semester.

    Wenn ihr auch vor Herausforderungen beim Studienbeginn – oder auch mittendrin – gestoßen seid, teilt gerne eure Erfahrungen in den Kommentaren. Oder studiert ihr in Heidelberg und seid ein bisschen planlos, was alles noch im Studium ansteht? – Hinterlasst einfach ein Kommentar oder schreibt mir eine E-Mail.

    Ich wünsche euch einen tollen Start ins Semester und bis dahin,

    cheerio 🙂

    Planvoll ins Studium

    Anders als Fachstudiengänge, bei denen ihr in der Regel ein Haupt- und ein Nebenfach studiert, ist ein Lehramtsstudium komplexer. Neben euren beiden Unterrichtsfächern studiert ihr Zusatzfächer im Bereich Bildungswissenschaften und Lehrerpersönlichkeit. Wenn ihr euch zusätzlich für ein drittes Fach als Erweiterungsprüfung entscheidet, wird der Studienaufbau noch komplizierter.

    Studienanfänger sind oftmals von der Fülle an Verantwortung für ihren eigenen Tages- und Semesterablauf überfordert. Aus eigener Erfahrung weis ich zudem, dass man ohne greifbares Ziel schnell die Motivation verlieren kann. Das ist in einem so komplexen Studium, in dem jede Note in die Endnote eingeht, fatal.

    Um also nicht den Überblick zu verlieren, empfehle ich einen Studienverlaufsplan, den ihr bestenfalls noch vor Studienbeginn erstellt. Mit diesem könnt ihr planen, welche Kurse ihr in welchem Semester belegen, wann ihr welche Prüfung ablegen oder die Praktika absolvieren müsst. So bleibt euch stets das Wichtigste vor Augen: die 1. Staatsprüfung und alle dafür notwendigen Scheine.

    Mein Tipp für einen Studienverlaufsplan

    Bevor ihr mit dem Plan beginnt, solltet ihr euch überlegen, was ihr darin unterbringen möchtet. Ich habe mich für einen ausführlichen Plan entschieden, da ich erstens mein Studium so kurz wie möglich halten und zweitens bei drei Fächern den Überblick nicht verlieren möchte. Welche Punkte ihr in euren Studienverlaufsplan aufnehmt, hängt natürlich von euren persönlichen Zielen ab.

    Was ich in meinem Studienverlaufsplan aufliste

    • Semster (WS 2013/14, SoSe 2014, etc.) mit jeweiligem mit Vorlesungsbeginn, -ende sowie vorlesungsfreier Zeit
    • Studiensemester: Damit meine ich die Anzahl der Semester, die ihr tatsächlich im Lehramtsstudium verbringe.
    • Fachsemester: Die Angabe des Semesters im jeweiligen Fach. Diese Angabe ist bei meiner Kombination sehr wichtig, da ich in Deutsch hochgestuft wurde und daher mit Deutsch 4, Englisch 1 und Latein 0 starte.
    • Kurse pro Fach und Semester: Dabei wird die Kursanzahl aufgelistet. Damit behaltet ihr den Überblick über eure Arbeitsbelastung im jeweiligen Semester. Beispielsweise belege ich zwischen 13 und 20 Kurse pro Semester. Das ergibt etwa 26 bis 40 Semesterwochenstunden, zuzüglich Vor- und Nachbereitungszeit. Ihr könnt damit also etwa von einer 40 bis 50-Stunden-Woche für’s Studieren rechnen.
    • Semesterwochenstunden pro Fach und Semester: Dadurch behaltet ihr eure Zeiteinteilung sicher im Griff. Die Semesterwochenstunden geben an – wie der Name bereits sagt -, wie viele Stunden pro Woche ihr in den Kursen verbringt. Diese Information ist wichtig, wenn ihr Nebenjobs oder andere Nebentätigkeiten wie ein Ehrenamt betreiben möchtet.
    • Kursart und Kurs: Dies ist der wichtigste Punkt eures Studienverlaufsplans. Wenn ihr gründlich plant, welche Kurse ihr in welchem Semester zu belegen habt, müsst ihr im weiteren Studienverlauf nur noch die entsprechenden Kurse „abhaken“. Ihr spart euch dadurch jedes Semester eine Menge Zeit und Nerven, denn ihr müsst nicht überlegen, ob ihr den einen oder den anderen Kurs wählen solltet. Darum habt ihr euch ja schon gekümmert. 🙂
    • Leistungspunkte pro Fach und Semester: An den meisten Universitäten werden die erbrachten Leistungen auch im Lehramtsstudium nach den Leistungspunkten aus dem Bachelor-Master-System berechnet. Dabei gilt: 1 LP = 30 Stunden Arbeitszeit. Die Leistungspunkte werden anhand der Semesterwochenstunden, voraussichtlich benötigter Vor- und Nachbereitungszeit sowie des Kursabschlusses (Klausur, Hausarbeit oder mündliche Prüfung) ermittelt. Für das Lehramtsstudium in Heidelberg benötigt ihr insgesamt 300 LP, 420 LP wenn ihr ein Erweiterungsfach auf Hauptfachnivau hinzuwählt. Der Studienverlaufsplan hilft euch also auch, eure Leistungspunkte zu überblicken, damit ihr nicht am Ende vor der Staatsprüfung steht und noch wertvolle Punkte fehlen.


    Mein Studienverlaufsplan

    Für den Plan ist ein Tabellen-Programm wie Microsoft Excel zu empfehlen. Meinen habe ich mit dem Liber-Office-Äquivalent Calc erstellt. Mit einem solchen Programm könnt ihr die Leistungspunkte, Semesterwochenstunden und Kursanzahl automatisch errechnen lassen, Rechenfehler werden also reduziert.

    Die Spalten geben das jeweilige Semester, die Zeilen die Fächer an. Für die Kursanzahl, Semesterwochenstunden und Leistungspunkte habe ich jeweils eine Übersicht pro Fach, Semester und für das gesamte Studium erstellt.

    Mein Studienverlaufsplan für das Lehramtsstudium an der Universität Heidelberg.
    (Einfach auf das Bild klicken für die Großansicht)

    Habt ihr auch schon einen Studienverlaufsplan erstellt und wollt euch darüber austauschen? Oder studiert ihr in Heidelberg und möchtet über das Studium quatschen? – Hinterlasst einfach einen Kommentar 🙂

    Ich wünsche euch allen auf jeden Fall viel Erfolg und bis dahin,

    cheerio 🙂

    Der Studierendenausweis ist da!

    Nun hatte ich schon länger nichts gebloggt. Schuld daran: höhere Gewalt, eine Hasswelle des Universums auf mich oder – anders gesagt – die größte Pechsträhne meines bisherigen Lebens. Diese zeigte sich in einer Aneinanderreihung von Autopanne, PC-Panne, Wasserschaden, kaputtem Rolladen (im Schlafzimmer!), undichter Heizung und einem Noro-Infekt – and all within 3 damn weeks.

    Naja, so läuft es dann manchmal auch. Die gute Nachricht: Die Uni-Unterlagen sind da 🙂 Studierendenausweis, Studienbuch, Immatrikulationsbescheinigung und haufenweise Info-Flyer (die ich fast alle eh bereits besitze) in einem hübschen DIN-A4-Umschlag.

    Nun geht es darum, alle nötigen Online- und Offline-Portale für mich zu aktivieren. Angemeldet habe ich mich bereits beim Lehrportal der Uni. Neben der Kursanmeldung können dabei Studienbescheinigungen ausgedruckt, die Rückmeldung überwacht und sich zu Prüfungen angemeldet werden.

    Zudem habe ich gleich meine Uni-Mail aktiviert. Damit empfange ich alle Nachrichten zu meinen Kursen und aktuelle Ausschreibungen der Universität. Das ganze läuft über das Horde Web-Mail System, das ich noch von der Uni Mannheim kenne. Für die HORDE!

    Nur beim Portal der Universitätsbibliothek ist vorher eine Registrierung vor Ort nötig. Offline, pff. 😉

    Zudem kann man sich mit der Matrikelnummer gleich beim Hochschulsport registrieren. Allerdings können zurzeit nur die Ferienkurse belegt werden, die nahezu alle ausgebucht oder gebührenpflichtig sind.

    Nebenbei habe ich endlich meinen Studienverlaufsplan fertiggestellt. Zu diesem berichte ich euch auch noch. Ob ich diesen so umsetzen kann – insbesondere die Planung miener Abschlussprüfungen – werde ich in den kommenden Wochen mit den Fachstudienberatungen klären. Und dann heißt es: Durchstarten. 🙂

    An alle, die sich auch auf das Lehramtsstudium in Heidelberg vorbereiten: Viel Erfolg – und Spaß! – und vielleicht sehen wir uns auf dem Campus.

    Euch allen einen schönen Wochenstart und bis dahin

    cheerio 🙂

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